Allgemeiner Schützenverein Wittenhorst Töven Sonsfeld e.V.
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Die Vereinsgeschichte der Altschützen (1920 bis Heute)

Am Sonntag, dem 20. Juni 1920, fanden sich rund ein Dutzend Einwohner der Bauernschaften Wittenhorst, Töven und Sonsfeld im Wohnzimmer der ehemaligen Gastwirtschaft Westerfeld-Pithan in der Wittenhorst ein, alle von dem Wunsch erfüllt, eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Schon vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, verstärkt jedoch nach dem verlorenen Krieg, wurde immer wieder von der „guten alten Zeit“ erzählt, in der auch in den Bauernschaften noch Schützenfeste gefeiert wurden.

Aus Erzählungen der Eltern und Großeltern wusste man, das schon in alter Zeit eine Schützenvereinigung in den Bauernschaften rund um das ehemalige Kloster Schledenhorst bestanden hatte, als deren letzter König Martin Hasselt aus Sonsfeld anzusehen war. Diese Information hat man von einem Königsschild, das lange im Besitz der Familie Otten aus Sonsfeld war und heute zusammen mit der alten Königkette vom Verein aufbewahrt wird, steht die Inschrift:

„Martinus Hassel – König von Schledenhorst – 1788“

Warum die Aktivitäten dieser Schützenvereinigung damals einschliefen, war auch 1920 nicht mehr bekannt. Im Laufe des vorigen Jahrhunderts jedoch lebte in der Wittenhorst wieder eine Art Schützenfest auf. Gefeiert wurde in schlichter Form auf den Tennen der verschiedenen Bauernhäuser gefeiert. Das letzte Fest dieser Vereinigung fand im Jahre 1883 statt, mit Wilhelm Ahleweiler als letztem König. Auch hier schliefen die Aktivitäten mit der Zeit ein. Die damalige Schützenfahne ging am 9. Mai 1906 beim Brand des Gehöftes „Großer Kaiser“ verloren.

In der am 20. Juni 1920 stattgefundenen Versammlung war man sich nun einig, wieder einen Schützenverein ins Leben zu rufen. Zu diesem Zwecke wurde ein vorläufiger Vorstand gebildet, eine Satzung ausgearbeitet und zu einer Gründungsversammlung für den nächsten Sonntag eingeladen. Diese Gründerversammlung wurde von vielen Interessenten der drei Bauernschaften besucht, und der vorläufige Vorstand in seinem Amt bestätigt: 

Des Weiteren wurde die Satzung abgesegnet, der Ausschuß für die Vorbereitung des Schützenfestes 1920 gebildet und die „Würden“ für den Festzug wie folgt festgelegt:

 

Das erste Schützenfest des neu gegründeten Vereins fand am 21. und 22. August 1920 statt. Das Vogelschiessen war in der Sandkuhle am „Halwen Mönder“ (Becker, Wittenhorst) abgehalten worden, wobei Wilhelm Boland aus Töven die Königsehre errang, und Frau A. Berning aus Töven zu seiner Königin wählte. Gefeiert wurde im Festzelt auf der Wiese von A.Berning in Töven. Bewirtet wurde das Fest vom Gastwirt Wilhelm Schmidt aus Mehrhoog.

 

Im März 1921 schriebt der Schriftführer Josef Roeben folgendes in das Vereinsbuch:

„Unser Verein besaß noch keine Fahne. Alle Mitglieder aber waren sich einig, dass beim nächsten Feste ein Banner dem Schützenzuge voranwehen solle. Es gingen Sammler rund und jeder gab nach besten Kräften. Der Preis betrug 3000 Mark. Die Fahne wurde bei O.Müller in Godesberg bestellt. Sie traf im März 1921 ein. Auf der Vorderseite steht ein mittelalterliche Schütze mit der Armbrust, stark und selbstbewusst wie unsere Eichen. Auf der Rückseite liest man das Leitwort des Vereins:

Unsere Heimat lieben wir, 

Einigkeit und Frohsinn unser Panier!

Mögen die Mitglieder diesem Spruch stets treu bleiben.“

In den folgenden Jahren fanden die Jahreshauptversammlungen auf verschiedensten Höfen in den Bauernschaften statt. Wie groß das Interesse an dem Verein war, zeigte sich nicht nur bei den jährlichen Schützenfesten, sondern auch bei den Freiluft-Preisschiessen, an denen sich in den ersten Jahren bis zu 80 Schützen beteiligten. Auch die Nachfeiern, welche im Spätsommer oder Herbst stattfanden, waren immer gut besucht, auch wenn sie im Saale Samorei in Mehrhoog oder bei Büssing und später bei Viehtor in Haldern stattfanden, und nicht am Ort.

Im Jahre 1925 fand, vielleicht unter dem Einfluss des neuen Präsidenten Streuff aus Töven, sowohl das Vogelschiessen als auch die Schützenfestnachfeier in Töven statt. Die Vogelstange war bei der Schmiede Jansen (heute Depotstrasse) aufgestellt, und das Zelt stand auf einer Wiese das Wilhelm Boland in der Nähe des heutigen Ehrenmals. Im Jahre 1927 wurde das Festzelt erstmalig auf dem heutigen Standort auf einer Wiese des Alois Storm aufgebaut.

Erstmals im Jahre 1928 wird das Tambourkorps erwähnt In der Generalversammlung am 26.6.1928 wird über einen Antrag des Tambourkorps beraten, mit dem dieser um einen Vorschuss aus der Vereinskasse zur Anschaffung von Uniformen bittet. Es wird ein Betrag von 120 Mark bewilligt, der in den nächsten fünf Jahren zurückzuzahlen war. Die Mitglieder des Korps wurden von der Zahlung des Jahresbeitrages von 2 Mark freigestellt. Diese Versammlung fand erstmalig in der neu eröffneten Gaststätte des Alois Storm in Töven statt, welche als einzige Gaststätte am Ort zum Vereinslokal bestimmt wurde.

Die politischen Veränderungen im Deutschen Reich gingen auch am Allgemeinen Schützenverein Wittenhorst-Töven-Sonsfeld nicht spurlos vorbei, der Vorstand wechselte mehrfach. Am 11. und 12. Juni 1939 wurde das letzte Fest vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges gefeiert, bei dem Phillip Lange und Fräulein Erna Berning die Königswürde trugen. Sie konnten damals noch nicht ahnen, dass sie für die Dauer von zehn Jahren das letzte Königspaar des Vereins sein würden.

Wie aus den Aufzeichnungen zu ersehen ist, hat Hermann Laader auch weiterhin über das Vereinsleben berichtet, das sich auf Preisschiessen und Teilnahme an Wettbewerben des Schützenbundes beschränkte. Die letzte Generalversammlung fand am 15. März 1943 statt. 


Wiederaufleben nach dem 2. Weltkrieg

Von mehreren Interessenten – darunter der noch vor dem Krieg gewählte Präsident Hermann Laader und der damalige Hauptlehrer an der Volksschule in Schledenhorst, Josef Eickelkamp – waren für den 3. April 1949 die Bürger der Bauernschaften Wittenhorst, Töven und Sonsfeld zu einer Versammlung in das Vereinslokal Storm eingeladen worden mit dem Ziel, die Tradition des Schützenvereins wieder aufleben zu lassen. Rund 80 ehemalige und neue Mitglieder waren erschienen. Unter Vorsitz des Präsidenten Laader beschließt die Versammlung, die Wiederzulassung des Allgemeinen Schützenvereins beim Kommandanten der Militärregierung des Kreises Rees zu beantragen. Die Genehmigung wird am 11. April mit folgenden Auflagen erteilt:

  1. Es darf keine Einteilung in Batallionen mit Offiziers- und Unteroffizierskorps erfolgen
  2. Es darf nur mit der Armbrust geschossen werden.

 

Am 1. Mai 1949 fand dann die erste Generalversammlung nach dem Kriege statt, in der die Durchführung des Schützenfestes 1949 beschlossen wurde, welches dann am 12. und 13. Juli stattfand. Mit einer vom Schützenkameraden Johann Müntjes angefertigten Armbrust konnte Willi Koch am alten Schießplatz beim „Halwen Mönder“ die erste Königswürde nach dem Krieg erringen. Zu seiner Mitregentin erwählte er sich Frau Elly Stratmann.

 

Da die Schützenfahne nach dem Krieg von Besatzungstruppen als Kriegsbeute mitgenommen worden war,  hatte sich der Verein die Fahne der Schützenbruderschaft Haffen geliehen. Zum Tanz spielte die Kapelle Hampen auf Da die Vereinskasse leer und auch sonst nicht viel Geld zur Verfügung stand, hatte man für die Bewirtung der Kinder anlässlich der Kinderbelustigung in den Bauernschaften Naturalien gesammelt, mit denen man ausreichend Kuchen und „Süßgetränke“ herstellen konnte. Über das Schützenfest bereichtet Schriftführer Eickelkamp:

„Im Ganzen darf man wohl behaupten, dass das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg ein voller Erfolg war und aus dem Leben unserer Bauernschaften nicht mehr wegzudenken ist.“

 

Um zur 900-Jahr-Feier in Haldern, an der man natürlich teilnehmen wollte, eine eigene Fahne präsentieren zu können, beschließt am 17. Juli 1949 die Generalversammlung, bei der Bonner Fahnenfabrik eine Fahne zum Preis von 750,- DM anfertigen zu lassen. Da die Vereinskasse nur einen Bestand von 460,- DM aufwies, wurde der Restbetrag durch eine Haussammlung aufgebracht. Diese neue Fahne wurde am 11. September geweiht. Amtsbürgermeister Weber hielt die Festansprache und enthüllte die Fahne, um sie dem Verein zu übergeben.

 

 

Weitere Aktivitäten wurden vom wiedererwachten Verein entwickelt. Er veranstaltete eine Schützenfestnachfeier im Saale Tepferdt in Haldern, organisierte den Martinszug und feierte am Fastnachtssonntag 1950 ein Winterfest im Vereinslokal.

 

 

Ein Anliegen vieler Vereinsmitglieder war es, für die gefallenen und vermissten Kameraden beider Weltkriege eine würdige Gedenkstätte zu errichten. Auf Veranlassung des Schützenvereins wurden an dem in Töven von Bürgern der Bauernschaften errichteten Wegekreuzes Gedenktafeln aufgestellt und in einer Feierstunde am Passionssonntag 1950 eingeweiht.

 

 

Im September 1950 verlegte der langjährige Präsident bzw. Schriftführer Herman Laader seinen Wohnsitz nach Mehrhoog. Entsprechend der Satzung legte er sein Amt nider. Zu seinem Nachfolger wählte der Verein Heinrich Köster aus der Wittenhorst, der auch bereits vor dem Krieg den Verein einige Zeit führte. Hermann Laader wurde in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein, insbesondere um den Wiederaufbau auch dem 2. Weltkrieg, Ehrenvorsitzender. Er starb am 08.04.1957 im Alter von 49 Jahren.

 

 

In den ersten Jahren nach Wiederaufleben des Vereins widmeten sich viele Schützen mit großer Begeisterung dem Sportschießen. Es ganden regelmäßig Übungs- und Preisschießen sowie Wettbewerbe um Auszeichnungen statt. Der von der Gemeinde Haldern gestiftete Wanderpokal „St.-Georgs-Preis“ konnte in den Jahren 1952 bis 1957, insgesamt somit sechs mal hintereinander im Vergleichskampf mit der St.-Josef-Schützenbruderschaft Haldern und dem Allgemeinen Schützenverein Helderloh-Heeren-Herken durch die Mannschaft unseres Vereins errungen werden. An diesem Erfolg hatte Karl Krebbing, der das Sportscheißen betreute, großen Anteil.

 

 

Im Jahre 1958 wurde Bernhard Ricken aus Töven zum Nachfolger des verschiedenen Präsidenten Heinrich Köster gewählt. Das Jahr 1960 stand im Zeichen des 40-jährigen Bestehens. Unter Mitwirkung von 9 Gastkorps feierte das Tambourkorps Wittenhorst-Töven-Sonsfeld dieses Jubiläum am Vorabend des Schützenfestes. Eine besondere Ehrung erfuhr Jakob Aleweiler, der zu den Gründungsmitgliedern gehörte und 36 Jahre lang den Spielmannszug als Tambourmajor geführt hatte. Anlässlich dieses Jubiläums wurden seitens des Schützenvereins 32 Gründungsmitglieder für 40-jährige Vereinstreue ausgezeichnet.

 

 

Im Januar 1964 wählte die Generalversammlung Ernst Schruff aus Wittenhorst zum Nachfolger des verstorbenen Präsidenten Bernhard Ricken. Ernst Schruff hatte diese Amt inne bis zum Jahre 1971, in dem er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte. Unter seiner Präsidentschaft hatte der Verein im Mai 1970 sein 50-jähriges Bestehen gefeiert, aus dessen Anlass ein Kaiserschießen stattfand. 25 ehemalige Schützenkönige rangen um die Kaiserwürde, wobei dem Ehrenmitglied Willi Westerfeld, König des Jahres 1926, der Kaiserschuss gelang. Er konnte mit dem von ihm errungen Pokal mit den anwesenden Ehrengästen Amtbürgermeister Oploh, Bürgermeister Schlütter und Amtsdirektor Bollwerk anstoßen.

 

 

Seit dem 16. Januar 1971 führt Heinrich Strom aus Sonsfeld nun den Verein, nachdem er schon seit 1956 als Nachfolger des Hauptlehrers Josef Eickelkamp das Amt des Schriftführers inne hatte.

 

 

Am 1. Januar 1975 trat die kommunale Neuordnung in Kraft. Das seit Jahrhunderten zur Gemeinde Haldern gehörende Vereinsgebiet wurde durch diese Gesetzgebung auf zwei neue Gemeinden aufgeteilt: der größte Teil gehört seither zur Stadt Rees, der kleinere zur Gemeinde Hamminkeln. In der ersten Zeit nach dieser Teilung hörte man von Befürchtungen, dass sich diese auf das Vereinsleben negativ auswirken können, vor allem im Hinblick auf den Schützennachwuchs. Es wurde befürchtet, dass sich die Jugend aus en Bauernschaften, bedingt durch den Besuch verschiedener Schulen, im Laufe der Jahre möglicherweise untereinander entfremden würde. Doch diese Befürchtung bewahrheiteten sich jedoch nicht. Vielmehr konnte durch die Bildung eines Jungschützenzuges viele Jugendliche wieder neu für die Belange des Vereins neu begeistert werden.

 

 

Dieser Jungschützenzug, der auf Initiative mehrerer junger Schützen, allen voran Hugo Köster, ins Leben gerufen wurde, trat erstmals beim Schützenfest 1976 in geschlossener Formation auf. Im Jahre 1980 konnte dem Jungschützenzug seine eigene Fahne übergeben werden. Alljährlich organisierte nun der Jungschützenzug ein Sommerfest für alle Vereinsangehörigen und –freunde, das in den ersten Jahren auf den Tennen verschiedener Bauernhöfe stattfand und in den dann folgenden Jahren als Biwak zuerst an der Vogelstange, später dann auf einem extra dafür hergerichteten Platz am Heideweg in der Wittenhorst stattfand un auch heute noch immer stattfindet. Dieses Biwak wurde im Laufe der Jahre von den Bürgern der umliegenden Orte so gut angenommen, dass schon bald auch der Vorstand der „Altschützen“ sich an der Vorbereitung und Durchführung beteiligte. Mittlerweile ist das Biwak im Juli eines jeden Jahres fest eingeplant im Schützenjahr.

 

 

Wie groß das Interesse am Verein auch weiterhin ist, zeigte sich auch im Jahre 1975/76, als durch neue Verordnungen verschärfte Sicherheitsbestimmungen für Schießstände in Kraft traten. Aufgrund enormer Eigenleistungen verschiedenster Mitglieder und durch Spendenaufkommen konnte ein neuer Schießstand auf dem Gelände von Aleweiler-Winkel errichtet werden, ohne die Vereinskasse über Gebühr zu belasten. Der Schießstand wurde am Tage vor dem Schützenfest 1976 von der Kreisordnungsbehörde Kleve für das Preis- und Königsschießen freigegeben.

 

 

Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Mitglieder aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge und der aktiven Mitarbeit der Jungschützen auf nunmehr über 300. Auch ist festzustellen, dass vor allem an den Samstagabenden der Schützenfeste durch die zahlreichen – vor allem jugendlichen – Besucher von nah und fern das Festzelt fast aus den Nähten platzt.

 

 

Am 12. September 1982 fand erstmals auf Initiative des Vereins im Vereinslokal ein gemütliches Beisammensein der Ehrenmitglieder mit ihren Frauen sowie aller anderen Bürger über 65 Jahre statt. Auch diese Einrichtung gehört nach nunmehr schon zur Tradition des Vereins.

 

 

Erwähnenswert ist aus den Folgejahren noch der Wechsel in der Vereinsführung: Heinrich Strom aus Sonsfeld schied im Jahre 1989 auf eigenen Wunsch aus dem Präsidentenamt aus, das er im Jahre 1971 nach langer Zeit als Schriftführer des Vereins von Ernst Schruff übernommen hatte. Zu seinem Nachfolger wählte die Generalversammlung seinen Stellvertreter, Werner Krebbing aus Töven.

 

 

Selbstverständlich nahm unser Verein auch an den Festlichkeiten aus Anlass der 950-Jahr-Feier des Lindendorfes Haldern am letzten Wochenende im September 1990 teil. Wenn auch kein Mitglied unseres Vereins beim Kaiserschießen oder auch keine unserer Damen beim Knüppeln den ganz großen Erfolg hatte, hat es doch allen recht viel Spaß gemacht. Auch an dem sonntäglichen Festzug waren Mitglieder unseres Vereins – jetzt zwar zum Teil in anderer Funktion – zahlreich beteiligt.

 

 

Im Frühjahr 1993 verstarb nach langer Krankheit unser langjähriger Oberst Alois Köster. Er war mehr als ein Vierteljahrhundert im Vorstand tätig und im Jahr 1968 zum Oberst befördert worden. 1988 musste er aus Gesundheitsgründen dieses Amt, das er so gerne ausgeübt hatte, aufgeben.

 

 


75-jähriges bestehen des ASV-WTS

 

 

Im Jubiläumsjahr 1995 feierten wir unser Schützenfest mit einem, aufgrund der Festlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen, etwas anderen Ablauf als gewohnt. Am Donnerstag, dem 25.05.1995 (Christi-Himmelfahrt) traten die Schützen um 9.00 Uhr im Festzelt in Töven an. Nach Ausgabe der Schießnummern wurde am Ehrenmal der Kranz niedergelegt, von dort aus marschierten die Schützen zur Vogelstange in der Wittenhorst um das Preis- und Königsschießen aus zu tragen. Von den zehn Königsbewerbern konnte sich Hans-Gerd Schmitz aus Sonsfeld durchsetzen und errang die Königswürde. Zu seiner Mitregentin erwählte er sich Elisabeth Neuhaus.

 

 

Am Freitagabend fand für die jüngeren Mitglieder des Vereins die Zeltdisco im Festzelt in Töven statt.

 

 

Samstagmorgen waren alle Ehrenmitglieder und die bisherigen Königspaare zu einem Frühstück im Zelt an der Vogelstange eingeladen. Während dessen traten die Schützen bei Westerfeld in der Wittenhorst an. Nachdem die Fahnen ausgeholt wurden, marschierten die Schützen zur Vogelstange zum Kaiserschießen. Die ehemaligen Königinnen eröffneten das Kaiserschießen mit ihren Ehrenschüssen. Kaiser wurde nach spannendem Schießen Johannes Bongers, zu Kaiserin erwählte er sich seine ehemalige Königin Gabriele Geuting.

 

 

Am Samstag wurde das Königspaar, das Kaiserpaar und die Preisträger des vergangenen Donnerstags und des Vormittags vom Präsidenten Werner Krebbing ausgezeichnet. Nach dem Ende der Inthronisation eröffneten das Kaiser- und Königspaar den Krönungsball des Schützefestes.

 

 

Sonntagnachmittag trafen sich die Gastvereine der Nachbarorte aus Hamminkeln, Loikum, Werhterbruch, Helderloh, Haldern, Mehr und Mehrhoog. Ebenso die Spielmanns- und Musikzüge aus Mehrhoog Bislich, Helderloh, Haldern und Wertherbruch sowie die Ehrengäste der Städte Hamminkeln und Rees an den verschiedenen Sammelpunkten in Töven. Nach Ausgabe der Biermarken an unsere Gäste zogen die Schützen auf die geschmückte Festwiese. So zahlreich wie an diesem Tage waren unsere Mitglieder noch nie vertreten bei einem offiziellen Anlass. Nach kurzer Begrüßung durch den Präsidenten Werner Krebbing begann der Festumzug durch die geschmückten Straßen Tövens. Die Bürgermeister Wilhelm Buckermann (Stadt Rees) und Heinrich Meyers (Stadt Hamminkeln) hielten kurze treffende Festreden und wünschten dem Verein alles Gute für die nächsten 75 Jahre. Auch die Vorsitzenden der Nachbarvereine hielten Grußworte und überreichten Mitbringsel. Als Dank für ihre nette Geste überreichte der Präsident den Gastvereinen sowie den Bürgermeistern je einen Zinnteller zur Erinnerung an unser Jubiläumsschützenfest.

 

 

Aufgrund des Jubiläums und der damit verbundenen stark abgewandelten Festfolge musste das Kinderschützenfest verlegt werden. Also richtete man die Kindbelustigung in Verbindung mit dem Biwak am Heideweg in der Wittenhorst aus.

 

 

Auch nach dem erfolgreich verlaufenen Jubiläumsjahr sollte sich der Verein recht positiv weiter entwickeln. Schon im Jahre 1999 standen die nächsten Veränderungen vor der Tür. Unser langjähriger Schriftführer Johannes Döring, der auch einen großen Anteil an der Zusammenstellung dieser Historie hat, gab nach 28-jähriger Amtszeit seinen Posten auf. Dies sollte jedoch nicht die einzige Veränderung des Jahres bleiben.

 

 

Auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 1999 schlug Präsident Werner Krebbing vor, daß sich die Festfolge diese Jahr ändern soll. Die seit 1989 immer Freitagabends stattfindende Disco sollte entfallen, da in diesem Jahr am Freitag die Fahnenweihe für die zwei neu erworbenen Fahnen stattfinden solle. Diesem Vorschlag wurde mit großer Mehrheit zugestimmt, auch da eine sehr schönes Alternativprogramm geboten wurden. Seit diesem Jahr findet am Freitagabend ein volkstümlicher Abend, mit den Ringenberger Dorfmusikanten, für die älteren Mitbürger statt. Hinzu gesellten sich in den folgenden Jahren aber auch immer mehr  “ jüngere“ Gäste.

 

 

Auf dem Schützenfest vom 28.05. – 30.05.1999 konnten unsere beiden neuen Vereinsfahnen ihrer Bestimmung übergeben werden. Angetreten wurde Freitags um 19.oo Uhr in Schützenkluft im Festzelt in Töven. Neben zahlreichen Vereinsmitgliedern sind auch Musikzüge aus der Umgebung und Abordnungen unserer Nachbarbereine mit Fahnen und zum Teil mit Königspaar und Thron der Einladung gefolgt. Als besondere Ehrengäste konnte Präsident Werner Krebbing zahlreiche Vertreter der örtlichen Geistlichkeit und Kommunalpolitik begrüßen. Nach dem die beiden „alten Fahnen“ ein letztes Mal durch die Fahnenträger ausgeholt wurden und der Präsident ein paar Worte zu Ihrer Geschichte sagte sind sie feierlich eingerollt worden. So dann trugen sie ehemalige Fahnenoffiziere bzw. Träger aus dem Zelt und kamen mit den neuen Bannern zurück. Der Präsident (Werner Krebbing) und der Zugführer der Jungschützen (Michael Winkelmann) erläuterten den Anwesenden die Bedeutung der Symbole und Übergaben sie den Fahnenträgern. Im anschließenden Festumzug mit allen Beteiligten fand der Abend einen seiner Höhepunkte.

 

 

Die Ringenberger Dorfmusikanten sorgten mit volkstümlicher Musik für eine gute Stimmung beim späteren gemütlichen Beisammensein. 

 

 


Das neue Jahrtausend – Willkommen im Jahre 2000 ASW-WTS

 

 

Eigentlich sollte unser Schützenfest vom 26. bis 28. Mai 2000 ganz normal und ohne viel Aufheben stattfinden, aber Petrus sah das anders und machte uns leider einen Strich durch die Rechnung.

 

 

Der Freitag und der Samstag unseres Schützenfestes verliefen wie gewohnt und es wurde wieder ausgezeichnet gefeiert. Der Sonntag war allerdings nicht mehr nach unserem Geschmack. Sturmtief „Ginger“ fegte über das Festzelt hinweg und riß um kurz nach 16.00 Uhr einen Teil des Zeltes mit sich. Glücklicherweise war die Kinderbelustigung vorher aus Sicherheitsgründen schon abgesagt worden, so dass niemand zu Schaden kam. Unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Haldern und Loikum wurden die Reste des Zelts geborgen. An ein Antreten war nun nicht mehr zu denken und einigen Stand die Enttäuschung regelrecht ins Gesicht geschrieben. Man machte jedoch das Beste aus der Situation und so fanden sich neben dem Hofstaat noch einige Vereinsmitglieder ein, die ein paar Recht fröhliche Stunden bei unserem Vereinswirt verbrachten. Auch das Antreten holten die Verbliebenen am späten Abend nach und so kam unser Königspaar wenigstens zum Ehrentanz auf dem noch vorhandenen Zeltboden. Die Kinderbelustigung wurde auf dem Biwak am 16. Juli 2000 nachgeholt und war gut besucht. Aufgrund der erhöhten Sicherheitsbestimmungen wurden Moorhühner mittels PC gejagt, anstatt auf einen Holzvogel zu schießen. 

 

 


25 – Jahre Jungschützen in Wittenhorst-Töven-Sonsfeld

 

 

Nachdem wie bereichtet das Vorjahr nur zwei Schützenfesttage hatte, entschloss man sich diesen noch fehlenden Tag im Jahre 2001 nachzuholen. So kam es das in diesem Jahr gleich zwei Höhepunkte auf die Vereinsmitglieder warteten. Das zweite Großereignis des Jahres war wohl das 25-jährige Jubiläumsfest der Jungschützen.

 

 

Angefangen wurde nicht wie gewohnt am Freitag sondern bereits am Donnerstag. Dies war recht praktisch da es sich um Christi Himmelfahrt handelte. Am Donnerstag schoss der Verein den König aus und hier setzte sich Werner Gores durch. Der Freitagabend stand jedoch noch wie gewohnt ganz im Zeichen des Vorjahreskönigs.

 

 

Samstagmorgen war der große Tag der Jungschützen gekommen. Angetreten wurde bei Westerfeld in der Wittenhorst um den König und die Ehrenmitglieder auszuholen. Auf dem Programm stand das Jubiläumsschießen, also der Kampf um die Prinzenwürde. Dies war allein den Jungschützen vorbehalten, wovon auch gleich 13 an der Zahl in den Ring stiegen. Durchsetzen konnte sich schließlich Christoph Tenbroek-Ingenhorst (Wittenhorst). So gab es im Jahre 2001 nicht nur einen König sondern zeitgleich noch einen Prinzen.

 

 

Im selben Jahre plante man eine alte eingeschlafene Tradition modifiziert wieder aufzuwecken. In den 50-er und 60-er Jahren hatte es im Vereinsgebiet schon mal einen Martinsumzug gegeben. Durch die kommunale Neuordnung ist dieser aber in Vergessenheit geraten. So sollte nun der Nikolaus die Kinder aus Töven, Wittenhorst und Sonsfeld besuchen. Mit dieser neuen Vorgehensweise will man den treuen Vereinsmitgliedern noch mal ein schönes Ereignis zum Jahresende geben. Da diese Veranstaltung auf positive Resonanz stieß ist sie seit dem fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders des Vereins. 

 

 


Der ALTE und der NEUE „Werner“

 

 

Im folgenden Jahr nämlich 2002 wurde ein Staffelstab weiter gegeben. Unser Präsident Werner Krebbing teilte der Versammlung mit das er für eine weitere Wahlperiode nicht mehr zu Verfügung stehe. Er gehörte dem Vorstand seit dem Jahre 1952 an und bekleidete in dieser Zeit verschiedenste Ämter bis er schließlich im Jahre 1989 als Nachfolger von Heinrich Storm ganz an die Spitze des Vereins trat. Werner Krebbing leitete die Geschicke des Vereins 13 Jahre lang, unter ihm wuchs der Verein auf eine stattliche Größe an und wurde weit über der Grenzen der drei Bauernschaften als die „Vereinigten Staaten“ bekannt. Er erklärte, es sei an der Zeit, das Amt in jüngere Hände abzugeben. Als seinen Nachfolger schlug er der Versammlung den Kassierer und amtierenden König Werner Gores vor. Dieser wurde von den Anwesenden einstimmig zum zwölften Präsidenten unseres Vereins gewählt. Der neue Präsident verwies auf einige große Ereignisse unter Werner Krebbing so z.B. das 75-jährige Jubiläum 1995 und in besonderer Weise auf die neuen Schützenfahnen von 1999. Auch Heinrich Storm, ihn möchten wir an dieser Stelle besonders erwähnen kandierte nicht mehr für den Posten als Beisitzer. Er gehörte dem Vorstand ebenfalls seit 1952 an und war bisher der am längsten amtierende Präsident nämlich von 1971-1989. Im Vorfeld und auch im Nachhinein blieb er dem Vorstand immer erhalten und bekleidete verschiedenste Posten. Die Versammlung bedankte sich herzlich bei Werner Krebbing und Heinrich Strom für ihre aufopferungsvolle 50-jährige Tätigkeit für den Allgemeinen Schützenverein Wittenhorst-Töven-Sonsfeld. „Mit Ihnen gingen zwei Urgesteine, die die Geschicke des Vereins ein halbes Jahrhundert lang maßgeblich mitgestalteten.“ 

 

 

Bald gehts weiter in der Vereinsgeschichte!

 

 


Nachwort

 

 

An dieser Stelle bedankt sich der Verein ganz herzlich bei den Schriftführern des Vereins für ihre detaillierte Aufstellung der Geschehnisse in der Vereinsgeschichte. In besonderer Weise bei Johannes Döring, der schon die Festschrift 1995 formuliert, Arndt Schruff derzeit Schriftführer des Vereins und nicht zu vergessen Jörg Schruff Schriftführer a. D. der Jungschützen. Sie stellten uns ihre Unterlagen zur Verfügung um die Vereinsgeschichte darlegen zu können. Nochmals herzlichen Dank!

 

 

Quelle: Festschrift Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Allgemeinen Schützenvereins Wittenhorst-Töven-Sonsfeld (Johannes Döring)